Geothermie – Bericht v. Alina

Am 15.10.2009 besuchten wir, die jeweiligen Vertreter aus Pontevedra, Cuneo, Marseille und Karlsruhe im Rahmen des Comeniusprojektes das Geothermische Kraftwerk in Landau.
Da es das erste industriell genutzte geothermische Kraftwerk Deutschlands und eine Art „Vorbild“ für die Geothermik im ganzen ist, weckte es natürlich unser Interesse.
Kraftwerke dieser Art, nutzen die Erdwärme, die in der Erdkuste gespeichert ist.
Je tiefer man „gräbt“ desto wärmer wird es, deswegen findet man geo. – Kraftwerke häufig an sogenannten Hot Spots, Stellen der Erde, an denen es durch beispielsweise Vulkanismus, oder wie hier in Landau durch tektonische Aktivitäten schon nach wenigen Kilometern Tiefe sehr warm ist.
Auch der „normale“ Bürger kann schon mit Erdwärme heizen. 100m reichen aus, um mit einer Wärmepumpe Wärme zu erzeugen.
Die Kraftwerke jedoch, arbeiten hauptsächlich mit 2 Methoden, und bohren sich mind. 3 km tief in die Erde.
Einmal das petrothermale Verfahren (Hot – Dry – Rock).
Hier wird Wasser durch rissiges, erwärmtes Gestein gepresst und dadurch erhitzt.
Anschließend wird es wieder nach oben befördert und die Wärme wird entzogen. Dieses Verfahren, kann aber häufig zu Erdbeben führen, da das sowieso schon rissige Gestein dadurch noch weiter auseinander gedrückt wird.
Eine andere Möglichkeit ist das hydrothermale verfahren (natürliche Aquifere), welches für das momentan umweltschonenstes verfahren gilt. Hierbei wird nach unterindischen Sen „gegraben“, die erhitzt sind. In sie wird kaltes Wasser gepumpt und dafür warmes wasser herausgeholt. Das Niveau des Sees ändert sich also nicht. Dieses Verfahren wird auch in Landau angewendet, doch kam es dort vor ca. 5 Wochen zu einem kleinen Erdbeben, weshalb das Kraftwerk „beschuldigt“ wurde dafür verantwortlich zu sein. Da dies von den Wissenschaftlern aber eigentlich ausgeschlossen wurde, sieht nun die ganze Welt auf Landau und den Ergebnissen der momentan laufenden Untersuchungen. Allerdings gilt das Gebiet um Landau sowieso für eine tektonische aktive Zone, was ebenfalls gegen ein „Verschulden“ des Kraftwerks spricht.
Natürlich hat es nicht nur Vorteile, Planung und Bau eines geothermischen Kraftwerkes sind nicht einfach und auch die Finanzierung muss gesichert sein, doch könnte es 300 Haushalte mit Wärme versorgen. Es arbeitet rund um die Uhr und ist im Gegensatz zu anderen regenerativen Energien vom Wetter unabhängig. Es ist geräusch- und platzarm und bietet nachhaltige Ressourcen. Außerdem spart es 10 000 Tonnen CO2 ein. Wen interessiert da noch ein kleines Erdbeben einmal im Jahr, von dem so gut wie niemand etwas bemerkt hat?
Durch die anschauliche Präsentation und die anschließende Besichtigung, konnten wir uns ein gutes Bild der „geothermischen Energie“ machen und ich persönlich stehe voll und ganz dahinter. Ich hoffe, dass sie auch weiterhin genutzt wird, denn die Gesamtwärme der Erdkruste beträgt ca. 10^26 J, warum sollte man diese nicht nutzen?

Alina Küpferle 11d